Klimaschutzbericht 2015: Treibhausgas-Emissionen in Österreich sinken

Umweltbundesamt: Energiewende weiter vorantreiben – eingeschlagener Kurs zeigt Erfolg – für langfristige Ziele konsequente Anstrengungen unerlässlich

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Wien, 11. November 2015  – Die Treibhausgas-Emissionen in Österreich sinken kontinuierlich und der Trend setzt sich fort. Das zeigt der Klimaschutzbericht 2015 des Umweltbundesamtes, der die Entwicklung der Treibhausgas-Emissionen in Österreich jährlich umfassend analysiert und die Bilanz 2013 enthält. Die ExpertInnen rechnen auch 2014 mit einer weiteren Reduktion von rund 4% gegenüber 2013. „Klimaschutzmaßnahmen sind eine wichtige Investition in die eigene Wirtschaft. Rasches und entschlossenes Handeln ist notwendig, um jetzt die Weichen für einen Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energieträger zu stellen,“ betont Jürgen Schneider, Klimaexperte des Umweltbundesamtes. „Eine effiziente Volkswirtschaft braucht eine ebenso effiziente, auf erneuerbaren Energieträgern basierende Energieversorgung. Nur so bleiben wir langfristig wettbewerbsfähig.“

Risiko & Verantwortung

Nachlese zum Science Event von Radio Österreich 1 und Umweltbundesamt

© Umweltbundesamt/B. Gröger Ina Zwerger und Ortwin Renn

Wien, 10. November 2015 – Die Risiken auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft und Initiativen, die Verantwortung übernehmen, standen im Mittelpunkt des Science Event 2015 am 5. November im Wiener RadioKulturhaus. Vor welchen Risiken wir uns tatsächlich fürchten müssen und für welche wir erfolgreich Strategien entwickelten, skizzierte der Risikoforscher Ortwin Renn (Univ. Stuttgart), der das Event mit seiner Keynote eröffnete und gemeinsam mit Moderatorin Ina Zwerger die verschiedenen Themen des Abends reflektierte. Renn betonte, dass sich der Mensch in der Vergangenheit als enorm erfolgreich beim Umgang mit konventionellen Risiken erwies. Bisweilen ratlos fühle sich der Mensch jedoch beim Umgang mit systemischen Risiken wie dem Klimawandel oder der Finanzkrise, weil sie entgrenzt, hoch komplex, nicht vorhersagbar und nicht linear sind.

© Umweltbundesamt/B. Gröger Sigrun Kabisch

Als Beispiel für ein solches systemisches Risiko beleuchtete Sigrun Kabisch vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung den Megatrend Urbanisierung und gegenläufige Trends wie in Ostdeutschland, wo die Bevölkerung ganzer Landstriche schrumpft. Um diesen Risiken zu begegnen und sie als Chance zu nutzen, brauche es handlungsfähige Governance Strukturen, die sicherstellen, dass Städte und ihre BewohnerInnen nachhaltig und verantwortungsbewusst mit Ressourcen umgehen. Beispiele für die Chancen, die der Trend zur Stadt eröffnet, lieferten Heinz Buschmann, Ressourcen Management Agentur, und Gernot Stöglehner, Universität für Bodenkultur. Buschmann beschrieb die Stadt als unterschätzte Rohstoffquelle. Als Beispiel nannte er den ehemaligen Südbahnhof, dessen Baumaterial für die Errichtung des Wiener Hauptbahnhofs genutzt wurde. Gernot Stöglehner fokussierte auf die Dichte der Städte. Dichte bedeute Effizienz und biete damit auch die Möglichkeit, Ressourcen zu schonen. Zu viel Dichte führe aber unweigerlich zu Fluchtbewegungen und verursache soziale Risiken.

Wachstum und Transformation – Möglichkeiten einer nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft

© Umweltbundesamt/B. Gröger Christine Ax

Die Politikwissenschafterin und Ökonomin Christine Ax widmete sich in ihrem Vortrag dem Thema Wachstum und Transformation. Sie beschrieb vier neue Klimaszenarien und zeigte sich angesichts der Risiken dieser Szenarien, wie z.B. hohe Preise für Ressourcen und Nahrungsmittel, sorgenvoll. Allerdings, hob sie hervor, sie es durchaus möglich, zukunftsfähigen Wohlstand in einem erheblichen Umfang zu erzeugen, wenn es gelingt, Wortschöpfung anders zu definieren. Wie, das zeigten zwei Beispiele aus der Praxis, das fair produzierte Modelabel „Göttin des Glücks“ und die Initiative Ochsenherz. Die Geschäftsführerin der „Göttin des Glücks“, Lisa Muhr, produziert seit dem Jahr 2005 gemeinsam mit Gleichgesinnten zertifizierte nachhaltige Mode und geht damit bewusst neue Wege in der Textilbranche. Ihr Fazit: Es ist teurer und aufwändiger, ethische Werte in der Wirtschaft anzuwenden, aber es ist möglich. Das bestätigte Lorenz Glatz von GELA Ochsenherz (GELA steht für gemeinsam Landwirtschaften), einem solidarischen Landwirtschaftsprojekt in Gänserndorf, der besonders die Verantwortung der KonsumentInnen betonte. Es liege in ihrer Macht, nachhaltige Produkte zu wählen und damit nicht auf Kosten künftiger Generationen zu leben.

Risiko Governance & Eigenverantwortung – die Machtfrage

© Umweltbundesamt/B. Gröger Andreas Novy

Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Kultur gelten in unserer Gesellschaft nicht als gleichwertig, erklärte der Ökonom Andreas Novy von der Wirtschaftsuniversität Wien. Die Wirtschaft dominiere alle anderen Bereiche und habe ein Eigenleben entwickelt, wie die Finanzkrise gezeigt hat. Novy plädierte dafür, die Wirtschaft wieder in die Gesellschaft einzubetten. Die Verantwortung dafür lasse sich nicht an VerhandlerInnen, wie z.B. im Fall des Klimagipfels von Paris, delegieren. Dem pflichtete Umweltbundesamt-Klimaexpertin Andrea Prutsch bei. Im Fall des Klimawandels und der Klimawandelanpassung brauche es Initiativen auf allen Ebenen, nicht nur international und national sondern auch auf Bundesländer-Ebene und regional. Die Rolle der Zivilgesellschaft bei der Bewältigung dieser Herausforderungen ist nicht zu unterschätzen, wie alle RednerInnen des Abends betonten. Auch beim Umgang mit Flüchtlingen ist ziviles Engagement gefragt, meinte Herbert Langthaler, asylkoorination Österreich. Dieses Engagement entbinde die Politik aber nicht von ihrer Verantwortung. Um die großen Risiken zu bewältigen und Verantwortung zu übernehmen, braucht es das Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, waren sich die RednerInnen des Science Event 2015 einig. In den Worten von Ortwin Renn: „Wir brauchen ein gemeinsames Konzept, […] ein Orchester aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft“.

Neue Umweltbundesamt-Studie: Norm- und Realverbrauch von PKW

© Umweltbundesamt/B.Gröger

Wien, 6. November 2015 – Das Umweltbundesamt hat im Auftrag der AK untersucht, wie groß die Differenzen bei Verbrauch bzw.  CO2 Emissionen zwischen Realbetrieb und Typprüfmessung in der Österreichischen Neuwagenflotte sind. Hierfür wurden für die Jahre 2000 bis 2013 für die jeweils zulassungsstärksten 30 Fahrzeuge die Verbrauchsangaben der Hersteller mit Realverbrauchsdaten verglichen. Die Studie wurde am 6. November bei einer Veranstaltung in der AK präsentiert.

Abweichung beim Verbrauch

Der Abstand zwischen den offiziellen Verbrauchsangaben für die Fahrzeuge und dem realen Verbrauch hat  deutlich zugenommen: Im Jahr 2000 lag die Differenz zwischen Testangaben und Realverbrauch der zulassungsstärksten Fahrzeuge  bei 7%, bis 2013 erhöhte sich der Abstand auf 27%.

Grund für diese Abweichung sind realitätsferne Fahrzyklen, die in den Verbrauchstests zu absolvieren sind. Diese spiegeln reales Fahrverhalten (speziell Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit) nur unzureichend wieder. Höhere Motorlasten werden u.a. in den bestehenden Tests kaum abgefragt. Weitere Einflussfaktoren, wie etwa tiefe Temperaturen, werden nicht berücksichtigt. Zusätzlich zu der mangelnden Abbildung realer Betriebsbedingungen verfügen moderne Fahrzeuge über elektronische Motorsteuerungen, die eine gezielte Adaptierung des Fahrzeugs an den Prüfzyklus ermöglichen. Hierdurch werden im Testbetrieb niedrige Verbrauchs- und Emissionswerte erzielt, die im Realbetrieb teils weit überschritten werden. Diese Adaptierung ist nach den geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen gesetzlich zulässig.

Abweichung bei NOx-Emissionen

Bei den Stickoxid-Emissionen der PKW sind ebenso Abweichungen zwischen Test- und Realbetrieb festzustellen. Die ab dem Jahr 2010 geltenden Immissionsgrenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) in Österreich können an vielen verkehrsnahen Messstellen nicht eingehalten werden. Wie die Messungen der letzten Jahre zeigten, haben NOx-Emissionen und  die Konzentrationen in der Umgebungsluft nicht in dem Ausmaß abgenommen wie es die Abgasgesetzgebung ursprünglich erwarten ließ. Dies ist u.a. auf die Diskrepanz zwischen Emissionsgrenzwerten und Testergebnissen unter Laborbedingungen und den Fahrzeugemissionen im realen Fahrbetrieb zurückzuführen.

Die derzeitige Testpraxis führt zu teils hohen Abweichungen bei Verbrauchsangaben, was zu einer reduzierten Glaubwürdigkeit der Verbrauchsangaben bzw. nicht vorhersehbaren Mehrkosten im Betrieb führt. Bei Treibhausgasen und Schadstoffen werden hierdurch Mehremissionen verursacht, die etwa zur Überschreitung der Nationalen Emissionshöchstmengen beitragen.

Weitere Informationen:

Ingeborg Zechmann, Pressesprecherin Umweltbundesamt, 01/31304-5413

Neue Forschungsagenda für nachhaltige Landnutzung in Europa

(Wien, 5. November 2015) Im Rahmen des EU-Projektes INSPIRATION ermitteln ExpertInnen in 16 EU-Mitgliedstaaten den Forschungsbedarf für eine nachhaltige Landnutzung. Als Ergebnis soll eine europäische Forschungsagenda entstehen. BOKU, Umweltbundesamt, AGES und BIOS Science Austria erheben und bündeln derzeit das Wissen über nachhaltige Landnutzung in Österreich. Dazu findet am 10. November in Wien die Veranstaltung „boden.raum.planung“ statt. TeilnehmerInnen aus den Bereichen Raumplanung, Landnutzung und Bodenmanagement werden erwartet.

boden.raum.planung

Die Veranstaltung „boden.raum.planung“ am 10.11.2015 möchte Ideen zum Bodenschutz in der Raumplanung bündeln, um den Herausforderungen der Landnutzung in den Alpen sowie im Rahmen der Siedlungs- und Raumordnungspolitik neue Impulse zu geben. Als Kernthemen werden in Gruppenarbeiten Ernährung, Biodiversität, Energie, Wasser, Wissensgesellschaft, Klimawandel und demografischer Wandel debattiert, und VertreterInnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung diskutieren zum Thema Flächenmanagement unserer Zukunft.

Forschungsagenda

Das Projekt INSPIRATION erhebt in 16 EU-Mitgliedstaaten den Forschungsbedarf für das Themenfeld Landnutzung auf Grundlage der Anforderungen von Wissenschaft, Anwendung und Forschungsförderung. Als Ergebnis wird eine strategische Forschungsagenda für Landnutzung und Bodenmanagement für ganz Europa entstehen, mit der in den nächsten Jahren notwendiges Wissen generiert, der Austausch von bestehendem Wissen gefördert wird und gleichzeitig Lösungen für die wesentlichen gesellschaftlichen Herausforderungen erarbeitet werden.

Österreichische Projektgruppe

Die österreichische Projektgruppe, bestehend aus VertreterInnen der BOKU, dem Umweltbundesamt, der AGES und BIOS Science Austria erhebt und bündelt derzeit die Expertisen in Österreich durch Interviews und Workshops. Durch die Partnerschaft mit der Österreichischen Bodenkundlichen Gesellschaft ÖBG werden alle BodenexpertInnen in Österreich erreicht. Über Netzwerke wie das Bodenforum oder das vom BMLFUW geförderte Projekt BEAT (Bodenbedarf für die Ernährungssicherung in Österreich) wurden die entsprechenden Kontakte zur Raumplanung geknüpft.

 

Weitere Informationen

Sabine Enzinger, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel. 01/31304-5488

Wie nachhaltig wirken Medien?

Vortrag und Diskussion am 12. November 2015 mit Matthias Karmasin

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(Wien, 5. November 2015) Die Veranstaltungsreihe „Mut zur Nachhaltigkeit“ bietet Raum für den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. ExpertInnen berichten über die aktuellen Fragen unserer Zeit und diskutieren mit Personen aus der Praxis und dem Publikum  innovative Wege und Möglichkeiten einer nachhaltigen Transformation der Gesellschaft.

Ob und wie Medien unsere Wahrnehmung und unsere Werte beeinflussen und wie sich die Mediennutzung bzw. der Medienkonsum aktuell verändert – diesen Fragen widmet sich Matthias Karmasin, Professor an der Universität Klagenfurt in seinem Vortrag. Im Anschluss wird er über die Implikationen für die Kommunikation des Themas Nachhaltigkeit diskutieren.

Seine Dialogpartnerinnen sind Roswitha Reisinger, die geschäftsführende Gesellschafterin des Lebensart Verlags und Ira Mollay, die Initiatorin des Netzwerks Mutmacherei.

WANN: Donnerstag, 12. November 2015, 18:30-20:30 Uhr
WO: Alte WU, Festsaal A1.4.10 (Augasse 2-6, 1090 Wien)

Freier Eintritt. Bitte melden Sie sich bis 10.11. an.
Nutzen Sie die Möglichkeit, im Rahmen der elektronischen Anmeldung, Fragen für die Dialogrunde einzubringen.

Anmeldung nicht mehr möglich!

  

Veranstalter der Reihe „Mut zur Nachhaltigkeit“ sind das Zentrum für Globalen Wandel und Nachhaltigkeit der BOKU, das BMLFUW und die Initiative Risiko:dialog (Umweltbundesamt, Radio Ö1, BOKU, BMG, BMWFW, BMLFUW, Austrian Power Grid) in Zusammenarbeit mit der Kommunalkredit Public Consulting GmbH und mit freundlicher Unterstützung der Hofer KG,  des ÖkobusinessPlan Wien und der Stiftung „Forum für Verantwortung“, Deutschland.

Weitere Informationen
Hedy Kaisersberger, Pressestelle Umweltbundesamt,
Tel.: +43-(01)31304-3220

Verantwortung & Risiko. Welt – Wissen – Wachstum

Science Event am 5. November 2015 im RadioKulturhaus

Science Event 2015: Verantwortung & Risiko. Welt – Wissen – Wachstum
Termin und Ort

Donnerstag, 5. November 2015, ab 17 Uhr
RadioKulturhaus, Argentinierstraße 30a, 1040 Wien
Eintritt frei. Um Anmeldung wird gebeten.

Veranstalter des Science Event 2015
Veranstalter sind Umweltbundesamt und Radio Österreich 1 im Rahmen des Risiko:dialog. Der Risiko:dialog ist eine wachsende Community, die zur Meinungsbildung in spannenden gesellschaftlichen Prozessen beiträgt. Dies passiert im Netzwerk. Risiko:dialog-PartnerInnen, MitveranstalterInnen und SponsorInnen des Science Events: Austrian Power Grid AG (APG), Bundesministerium für Gesundheit (bmg), Bundesministerium für ein lebenswertes Österreich (BMLFUW), Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMwfw), Universität für Bodenkultur (BOKU) und DER STANDARD.

Weitere Informationen:
Ingeborg Zechmann, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.: +43-(0)1 31304-5413

Mikroplastik in der Umwelt

Kleinsten Teilchen mit modernster Analytik auf der Spur

© Bettina Liebmann

Wien, 14. Oktober 2015 – Kleinste Plastik-Bruchstücke in der Umwelt nachzuweisen, erfordert modernste Gerätetechnik und viel Erfahrung bei der Analyse verschiedener Umweltmedien. Das Umweltbundesamt verfügt über die Technik und das Know-how, um Mikroplastik im unteren Mikrometerbereich, d.h. im Bereich von Millionstel Meter, nachzuweisen. Mittels Infrarot-Spektroskopie und Mikroskopie können die ExpertInnen den Anteil an Plastik-Bruchstücken in den Proben ermitteln und feststellen, um welche Kunststoffart es sich handelt. „Mikroplastik wird weltweit zu einem immer größeren Umweltproblem. Wir wissen aber noch zu wenig darüber, woher es kommt, wie es sich zusammensetzt und mit welchen Maßnahmen der Eintrag in die Umwelt reduziert und verhindert werden kann“, erklärt der stellvertretende Geschäftsführer des Umweltbundesamtes, Karl Kienzl. „Das Umweltbundesamt leistet auf diesem Gebiet Pionierarbeit und wendet die verfügbaren Analyse-Methoden als eine von wenigen Einrichtungen in Europa in verschiedenen Umweltmedien an.“

Neuer Umweltbundesamt-Report deckt Quellen auf und analysiert Risiken

Der neue Report „Mikroplastik in der Umwelt“ bietet einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zum Vorkommen und zum Nachweis von (Mikro-)Plastik in Luft, Boden und Grundwasser. Als Mikroplastik werden Plastik-Bruchstücke bezeichnet, die kleiner als 5 mm sind. Als mögliche Quellen ermittelten die Umweltbundesamt-ExpertInnen Kosmetika, Verluste in den Betriebsanlagen der Kunststoff-Industrie, Littering (das achtlose Wegwerfen oder „Verlieren“ von Plastik-Abfällen), Spezialanwendungen von Mikroplastik in der Medizin oder beim Sandstrahlen und den Reifenabrieb im Straßenverkehr. In ausgewählten Lebensmitteln konnte bei Untersuchungen im Umweltbundesamt kein Mikroplastik nachgewiesen werden.

Wie sich Kunststoffpartikel auf Umweltorganismen auswirken, ist noch wenig erforscht. Die Ausnahme bilden vereinzelte Studien über Vorkommen und Auswirkungen von (Mikro-)Plastik im Meer und in Oberflächengewässern. Bekannt sind auch die Risiken einzelner Schadstoffe, die im Kunststoff enthalten sein können (Phthalate, Bisphenol A etc.) oder sich an Kunststoff anlagern können (v. a. persistente organische Schadstoffe). Bei den im Report analysierten Umweltmedien gibt es aber noch große Wissenslücken. Für eine ganzheitliche Risikoabschätzung sind weitere, umfassende Studien erforderlich.

Umweltbundesamt macht Mikroplastik zum Thema

Der aktuelle Report ist nach der europaweit einzigartigen Untersuchung „Plastik in der Donau“ eine weitere Publikation des Umweltbundesamtes im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, die sich mit dem Thema befasst und wichtige wissenschaftliche Grundlagen liefert. Auf europäischer Ebene setzt sich das Umweltbundesamt dafür ein, gemeinsame Strategien gegen die Plastik-Verschmutzung zu entwickeln und länderübergreifende Lösungen zu finden. Den Anfang machte ein Stakeholder-Workshop beim Netzwerktreffen der Europäischen Umweltagenturen, den die österreichische ExpertInnen-Einrichtung anregte und leitete. In den nächsten Jahren soll das Thema in einer länderübergreifenden Arbeitsgruppe weitergeführt werden. Ziel dieser Arbeitsgruppe ist, die Plastikverschmutzung in der Umwelt zu reduzieren.

Das Umweltbundesamt in Kürze

Das Umweltbundesamt, Österreichs führende ExpertInnen-Einrichtung für Umweltthemen, feiert im Jahr 2015 sein 30jähriges Bestehen. Mit über 450 MitarbeiterInnen aus 55 wissenschaftlichen Disziplinen zählt es heute zu den größten Arbeitgebern Österreichs im Umweltbereich. In seiner 30jährigen Geschichte hat das Unternehmen mit seiner Expertise Umweltschutz und -kontrolle in Österreich und Europa entscheidend mitgestaltet. Das Umweltbundesamt entwickelt Strategien und Lösungen für EntscheidungsträgerInnen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft um Herausforderungen wie dem Klimawandel, der Ressourcenknappheit oder der Energiewende zu begegnen. International ist das Umweltbundesamt in über 200 Netzwerken und Gremien aktiv und berät unter anderem das Europäische Parlament und die EU-Kommission.

Rückfragehinweis:

Petra Kestler, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.: 01/31304-5432

Serbische Umweltministerin auf Stippvisite in Wien

© Tanja Messner Michael Häupl mit Snezana Bogosavljević-Bošković

Bei Wiens Bürgermeister Michael Häupl informierte sich Snezana Bogosavljević-Bošković im Zuge ihres Wien-Besuchs über die Erfahrungen der Stadt im Bereich Smart City und über die nachhaltige Stadtentwicklung. Von besonderem Interesse für die Ministerin waren der Einsatz Erneuerbarer Energien, moderne Umwelt-Technologien und grünes Wachstum.

Das Umweltbundesamt ist als größte österreichische ExpertInnenorganisation in allen Umweltthemen ein wichtiger internationaler Partner, auch und gerade für Serbien. „Wir bauen seit vielen Jahren stabile, tragfähige Beziehungen zwischen Staaten und Institutionen auf, um mit unserem Fachwissen die Umweltqualität in ganz Europa nachhaltig zu verbessern.“, betont Geschäftsführer Georg Rebernig. „Dieser Besuch in Wien trägt entscheidend dazu bei, außen-, wirtschafts- und umweltpolitisch, einen gemeinsamen Weg für die Annäherung und den Beitritt zur EU zu finden.“

Weitere Informationen:

Sabine Enzinger, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.: 01/31304-5488

Im Netzwerk gegen Plastik-Verschmutzung

© Environment Protection Agency Ireland

Wien, 30. September 2015 – Von 24.-25. September trafen sich die Leiterinnen und Leiter der europäischen Umweltagenturen in Reykjavik (Island), um aktuelle Fragen des Umweltschutzes zu diskutieren und sich aktiv zu vernetzen. Eines der brennendsten Themen bei diesem Treffen des Netzwerks der europäischen Umweltagenturen (Network of Environmental Protection Agencies – EPA Network) war die Reduktion von Plastik und Mikroplastik in der Umwelt, die das Umweltbundesamt auf europäischer Ebene vorantreibt.

Aktuelle Studien aus Österreich zeigen, dass wir noch viel zu wenig darüber wissen, wie das Plastik in die Umwelt gelangt, wie es sich zusammensetzt und mit welchen Maßnahmen der Eintrag in die Umwelt reduziert und vermieden werden kann. Abhilfe soll eine länderübergreifende Interessensgruppe schaffen, die von den Mitgliedern des EPA-Netzwerks bei ihrem Treffen in Reykjavik ins Leben gerufen wurde und in der auch das österreichische Umweltbundesamtes vertreten ist. Ihre Aufgabe ist es, die Reduktion von Plastik in der Umwelt auf EU-Ebene zum Thema zu machen. Zu diesem Zweck ist noch heuer ein Treffen mit dem europäischen Umweltkommissar Karmenu Vella geplant. Die Interessensgruppe gibt den Rahmen für das Projekt „Eliminating Plastic Pollution“ vor, das noch im Oktober 2015 unter der Leitung des Umweltbundesamtes startet. ExpertInnen des Umweltbundesamtes entwickeln in diesem Projekt harmonisierte Methoden für die Probenahme, deren Analyse und Bewertung. Parallel dazu sind Dialoge mit Industrie, NGOs und BürgerInnen geplant.

Das Umweltbundesamt in Kürze

Das Umweltbundesamt, Österreichs führende ExpertInnen-Einrichtung für Umweltthemen, feiert im Jahr 2015 sein 30jähriges Bestehen. Mit über 450 MitarbeiterInnen aus 55 wissenschaftlichen Disziplinen zählt es heute zu den größten Arbeitgebern Österreichs im Umweltbereich. In seiner 30jährigen Geschichte hat das Unternehmen mit seiner Expertise Umweltschutz und -kontrolle in Österreich und Europa entscheidend mitgestaltet. Das Umweltbundesamt entwickelt Strategien und Lösungen für EntscheidungsträgerInnen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft um Herausforderungen wie dem Klimawandel, der Ressourcenknappheit oder der Energiewende zu begegnen. International ist das Umweltbundesamt in über 200 Netzwerken und Gremien aktiv und berät unter anderem das Europäische Parlament und die EU-Kommission.

Weitere Informationen:

Sabine Enzinger, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.: 01/31304-5488

Serbische Umweltministerin auf Stippvisite in Wien

© Rebernig/Stelzer v.l.n.r.: Georg Rebernig, Snezana Bogosavljevic-Boskovic, Andrä Rupprechter, Violeta Philippitsch (Umweltbundesamt-Expertin) und Christian Brawenz (österr. Umwelt- und Agrarattache in Serbien)

Wien, 1. Oktober 2015 – Die serbische Umweltministerin Snezana Bogosavljević-Bošković kam von 28.-29. September für Treffen mit Umweltminister Andrä Rupprechter nach Wien, um sich unter anderem über die Erfahrungen Österreichs mit biologischer Landwirtschaft und Abfallthemen auszutauschen. Auf dem Programm stand auch ein Termin mit Umweltbundesamt-Geschäftsführer Georg Rebernig, mit dem die Ministerin aktuelle Umweltthemen auf dem Westbalkan und die Fortschritte bei der Anpassung an die EU-Umweltstandards diskutierte. Diese Themen standen auch im Mittelpunkt eines Treffens zwischen Umweltbundesamt-ExpertInnen und den Leiterinnen und Leitern sowie hochrangigen VertreterInnen von Umweltagenturen und Umweltministerien aus der Region, das in der Woche vor dem Besuch der Ministerin stattfand.

© Tanja Messner Michael Häupl mit Snezana Bogosavljević-Bošković

Bei Wiens Bürgermeister Michael Häupl informierte sich Snezana Bogosavljević-Bošković im Zuge ihres Wien-Besuchs über die Erfahrungen der Stadt im Bereich Smart City und über die nachhaltige Stadtentwicklung. Von besonderem Interesse für die Ministerin waren der Einsatz Erneuerbarer Energien, moderne Umwelt-Technologien und grünes Wachstum.

Das Umweltbundesamt ist als größte österreichische ExpertInnenorganisation in allen Umweltthemen ein wichtiger internationaler Partner, auch und gerade für Serbien. „Wir bauen seit vielen Jahren stabile, tragfähige Beziehungen zwischen Staaten und Institutionen auf, um mit unserem Fachwissen die Umweltqualität in ganz Europa nachhaltig zu verbessern.“, betont Geschäftsführer Georg Rebernig. „Dieser Besuch in Wien trägt entscheidend dazu bei, außen-, wirtschafts- und umweltpolitisch, einen gemeinsamen Weg für die Annäherung und den Beitritt zur EU zu finden.“

Weitere Informationen:

Sabine Enzinger, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.: 01/31304-5488